Festsetzungen

B: Festsetzungen durch Text

In Ergänzung der Planzeichen werden folgende Festsetzungen getroffen:


1. Art der baulichen Nutzung
Innerhalb des räumlichen Gestaltungsbereiches wird gemäß § 4 BauNVO ein

allgemeines Wohngebiet (WA) festgesetzt.


2. Maß der baulichen Nutzung
2.1 Das Maß der baulichen Nutzung wird festgesetzt:

2.1.1 GRZ 0,4,GFZ 0,8

2.1.2 Die Oberkante Fertigfußboden im Erdgeschoss der Gebäude soll bergseitig nicht über0,30m über OK Gelände liegen.

2.1.3 Es sind max. zwei Vollgeschosse zulässig.
2.1.4 Nebenanlagen
Nebengebäude und Garagen / Carports sind nur innerhalb der Baugrenzen zugelassen.
Nebenanlagen im Sinne des § 14 BauNVO (Einrichtungen für Elektro- und
Müllkästen etc.) sind nur innerhalb der Baugrenzen zulässig. Vorbauten für Müll und
Wertstoffe sind in bauliche und gärtnerische Anlagen zu integrieren.
2.3 Stellplätze
Es wird ein Stellplatzschlüssel von mind. 2,0 Stellplätzen je Wohneinheit i. M.

festgelegt.


3. Bauweise

Es ist eine offene Bauweise vorgeschrieben.


4. Dachform
Für die Wohngebäude sind Pult- und Satteldächer mit einer Dachneigung von 15° -
48° zulässig.
Bei Doppelhäusern und Reihenhäusern ist ein profilgleicher Anschluss

vorgeschrieben.


5. Örtliche Bauvorschriften
5.1. Baugestaltung
5.1.1 Hauptbaukörper
Anbauten sind als eigene, untergeordnete Baukörper bis zu einer Tiefe von 2,00 m —
auch mit vom Hauptdach abweichender Dachneigung — zulässig.
5.1.2 Nebengebäude
Garagen mit Satteldach sind dem Hauptgebäude anzugleichen.
Garagen sind auch mit Flachdach zulässig, wenn sie begrünt werden.
Carports sind auch mit Flachdach zulässig.
Garagen, die auf der Grundstücksgrenze aneinander gebaut sind, müssen einheitlich
gestaltet werden. Für die Gestaltung ist die zuerst gebaute Garage maßgebend.
5.1.3 Bedachung, Dachaufbauten
Die Dachflächen der Gebäude sind mit ziegelroten Dachsteinen einzudecken.
Ausnahmsweise sind auch andere Dacheindeckungen möglich.
Als Bedachung der Anbauzonen ist auch Verglasung oder Blech zulässig.
Zum Zwecke der Sonnenenergienutzung sind auch andere Bedachungen zulässig.
Dachaufbauten sollten vom Gebäuderand mind. 1,50 m und untereinander mind. 0,80
m entfernt sein. Die Länge der Gaube soll 2,50 m nicht überschreiten.
5.1.4 Materialien und Oberflächen
Baustoffe, deren Herstellung, Verarbeitung und Entsorgung die Umwelt und die
Gesundheit schädigen und deren Ersatz nach dem Stand der Technik möglich ist, sind
unzulässig. Es sollten Baustoffe vermieden werden, die nach den gesetzlichen
Vorschriften als Sondermüll entsorgt werden müssen.
5.1.5 Außenwände
Die Wände der Hauptgebäude sind zu verputzen oder mit senkrechter
Holzverschalung zu versehen. Verkleidung mit schwarzem Schiefer ist zulässig.
Holzhäuser sind zulässig.
5.1.6 Fenster und Türen
Die Fenster sind deutlich höher als breit zu proportionieren (stehende Formate). Bei
Glaswänden und mehrflügeligen Glastüren soll dies durch eine deutlich senkrechte
Gliederung erreicht werden.
5.2 Farben
Der Putz ist hell getönt zu streichen. Grundsätzlich sind grelle, disharmonische Farben
unzulässig.
5.3 Einfriedung
Am Übergang von privaten zu öffentlichen Flächen sind nur Holzzäune als senkrechte
Lattenzäune (Staketenzäune) mit einer Höhe von 0,80 — 1,20 m und mit Sockel von
max. 20 cm zulässig. Der Zaun muss mindestens 0,75 m vom Fahrbahnrand
zurückgesetzt werden. Außerdem sind freiwachsende Hecken zulässig.
Zwischen privaten Grundstücken sind auch Maschendrahtzäune ohne Sockel bis max.
1,20 m Höhe zulässig. Sie sollen dann mit Sträuchern und / oder Rankpflanzen
eingegrünt werden.
5.4 Befestigung von Flächen, Bodenschutz, Oberflächenwasser
Befestigte Flächen auf privatem Grund sind auf ein Mindestmaß zu beschränken. Sie
sind nur in wasserdurchlässiger Form zulässig. Garagenvorplätze sowie befestigte
Flächen, die zum Straßenraum keine Einfriedung haben, sind nur als wassergebundene
Decken (mit oder ohne Absteuerung bzw. Schotterrasen) oder als Pflasterbelag
zulässig.
Die Flächen von nicht überdachten Stellplätzen dürfen nur als wassergebundene

Decke, Schotterrasen oder Großsteinpflaster mit Rasenfugen befestigt werden.


6. Immissionsschutz
Im Westen und Norden grenzt das Baugebiet an landwirtschaftlich genutzte Flächen
an. Bei der Ausbringung von organischen Düngern ist vereinzelt mit

landwirtschaftlichen Immissionen zu rechnen, die auf das Baugebiet einwirken.


Lärmschutz
Die Schalltechnische Untersuchung der Fa. Franken Consult vom 28.07.2000 ergab,
dass die Lärmeinwirkungen von der Kreisstraße HAS 52, Untermerzbach —
Memmelsdorf, die Pegelrichtwerte nach DIN 18005 Schallschutz im Städtebau für
Allgemeine Wohngebiete überschreiten.
Um selbst für das ungünstigste Grundstück die Pegelrichtwerte zu erreichen, würde
sich eine errechnete Lärmschutzdammhöhe von 4,90 m ergeben.
Um die Lärmschutzdammhöhe auf 2,90 m zu begrenzen, und dennoch an einer
Bebaubarkeit der vorderen Grundstücke festhalten zu können, werden im Bereich
östlich der Ringerschließungsstraße 1 A und der Zufahrt 2 A Maßnahmen zum
Schallschutz im privaten Bereich festgesetzt.
Die Überschreitungen bei einem 2,90 m hohen Lärmschutzdamm betragen im Bereich
des 1. Obergeschosses bzw. Dachgeschosses
nach DIN 18005 vorhanden Überschreitung
tags: 55 dB(A) - 63,7 dB(A) = 8,7 dB(A)

nachts: 45 dB(A) - 53,3 dB(A) = 8,3 dB(A)


Im Bereich des Erdgeschosses kann durch städtebauliche Maßnahmen (z.B. Stellungund
Grundrissanordnung der Gebäude den rein technischen Schutzmaßnahmen an den
Gebäuden (z.B. Schallschutzfenster) vorgezogen werden, da diese den erforderlichen
Schutz der zum Wohnen gehörenden Freifläche (Terrassen, Balkone) nicht bewirken.
Folgende Maßnahmen werden im privaten Bereich festgesetzt:
1 Die Traufe der Gebäude ist parallel zur Kreisstraße HAS 52 anzuordnen.
2 Die Grundrisse der Gebäude sind so anzuordnen, dass die Fenster, Dachgauben,
etc. der schutzbedürftigen Räume im Dachgeschoss — insbesondere die der Schlaf
— und Kinderzimmer — auf den der Kreisstraße HAS 52 abgewandten Seiten der
Gebäude liegen.
3 Ist dies nicht möglich, sollten bei schutzbedürftigen Räumen im Dachgeschoss an
den zur Kreisstraße HAS 52 abgewandten Seite der Gebäude, zusätzliche
Lüftungsmöglichkeiten (z.B. Dachflächenfenster) geschaffen werden.
4 Bestehen bei schutzbedürftigen Räumen im Dachgeschoss an den zur Kreisstraße
HAS 52 abgewandten Seiten der Gebäude keine zusätzlichen
Lüftungsmöglichkeiten, dann werden für die Kreisstraße HAS 52 hin

angeordneten Fenster, schallgedämmte Lüftungseinrichtungen festgesetzt.


7. Grünordnung
Das Planungsgebiet besteht derzeit aus einer landwirtschaftlich genutzten Fläche. Um
einen Ausgleich zu dem Eingriff aus der Erschließungsmaßnahme zu erreichen, wird
zusammen mit dem Bebauungsplan gleichzeitig ein Grünordnungsplan aufgestellt.
Bei allen öffentlichen Flächen wird eine naturnahe Eingrünung mit heimischen
Gehölzen und Pflanzen festgesetzt.
Im öffentlichen Straßenraumbereich ist ca. alle 20 m ein großkroniger Laubbaum zu
pflanzen.
Zu den öffentlichen Flächen zählen:
1. Lärmschutzwall
2. Regenwasserrückhaltebecken
3. Entwässerungsgraben
4. Spiel- und Gemeinschaftsplatz
5. Hofflächen
zu2. Eine Maßnahme ist im Bereich des Regenrückhaltebeckens zu sehen. Hier wird
ein Grundsee entstehen, an dem Schilf- und Röhrichtbestände angesiedelt
werden können. Der Aufstau des Rückhaltebeckens erfolgt dann jeweils nur
kurzfristig bei stärkeren Niederschlägen. Eine intensive Eingrünung des
gesamten Bereiches mit heimischen Bäumen, Sträuchern und Pflanzen wird
zwingend festgesetzt.
zu 3. Der Graben im Baugebiet wird naturnah ausgestaltet, d. h. eine möglichst
unregelmäßige Form, bzw. unregelmäßiger Querschnitt. Der selbst einsetzende
Aufwuchs standorttypischer Hochstaudengesellschaften ist zu dulden.
zu 5. Die Hofflächen der Wohnhöfe sind so zu gestalten, dass anfallendes
Regenwasser auf oder im Grenzbereich versickern kann.
Ein Freiflächengestaltungsplan, bei dem auch die privaten Vorgärten mit
einbezogen werden, wird empfohlen.
Hierzu kommen weiterhin die Maßnahmen auf privaten Grundstücken. Hier wird
zwingend festgesetzt, entlang des Bebauungsplanrandes eine Heckenpflanzung mit
einer Breite von 5 m durchzuführen. Diese soll, wie in der Natur gängig, über
Sträucher und Bäume aufgebaut werden. Der Pflanzstreifen wird vor Beginn der
Erschließungsmaßnahme durch die Gemeinde ausgeführt. Weiterhin wird festgesetzt,
dass zur inneren Durchgrünung der Grundstücke mindestens ein heimischer
großkroniger Laubbaum oder ein hochstämmiger Obstbaum pro Grundstück zu
pflanzen ist.
Als weitere verbindliche Festsetzung wird aufgenommen, dass befestigte Flächen auf
privatem Grund auf ein Mindestmaß zu beschränken sind und nur in
wasserdurchlässiger Form zulässig sind. Garagenvorplätze, sowie Stellplätze sind als
wassergebundene Decken oder als Pflasterbelag zulässig.
Ökobausteinliste:
Um auch bei den privaten Bauherren ökologisch bewußtseinsbildend zu wirken, wird
die ökologische Bauweise empfohlen und mit Hilfe einer Ökobausteinliste finanziell
gefördert. Die Checkliste enthält Anforderungen an einzelne Baustoffe,
Konstruktionen, Heizsysteme und ökologische Techniken, aber auch an den
sparsamen Umgang mit Wasser, Minimierung von versiegelten Flächen, Einbau von

Solarzellen zur Brauchwassernutzung usw.


8. Sichtdreiecke
Innerhalb der Sichtdreiecke dürfen keinerlei Hochbauten errichtet und Anpflanzungen
aller Art sowie Zäune, Stapel und sonstige Gegenstände angebracht werden, wenn sie

eine größere Höhe als 1,00 m über der Fahrbahn erreichen.


9. Abstandsflächen
Die Abstandsflächen von Gebäuden sind nach Art. 6 BayBO einzuhalten.
Garagen oder Nebengebäude sind gem. Art. 7.4 BayBO bis zu einer max. nutzbaren
Fläche von 50 m² als Grenzbebauung innerhalb der vorgegebenen Baugrenzen

zugelassen.


10. Grundwasser
Sofern Grundwasser ansteht, sind alle baulichen Anlagen im Grundwasserbereich
fachgerecht gegen drückendes Wasser zu sichern. Auf die Anzeigepflicht gem. Art. 34
BayWG bei der Freilegung von Grundwasser wird hingewiesen. Eine
Grundwasserabsenkung soll nicht erfolgen.
Für evtl. Dränleitungen ist dann ein eigenes Ableitungssystem zum nächsten Vorfluter

bzw. beim Trennsystem zum Regenwasserkanal zu schaffen.


11. Hinweise
11.1 Das Bayrische Landesamt für Denkmalpflege weist darauf hin, dass vor- und
frühgeschichtliche Denkmäler bereits so stark abgetragen sein können, dass sie
obertägig nicht mehr kenntlich sind.
Wer Bodendenkmäler auffindet, ist verpflichtet, diese unverzüglich der unteren
Denkmalschutzbehörde beim Landratsamt Hassberge oder Bayrischen Landesamt für
Denkmalpflege Würzburg anzuzeigen (Art. 8 Abs. 1 DSchG) sowie die aufgefundenen
Gegenstände und den Fundort bis zum Ablauf von 1 Woche nach der Anzeige
unverändert zu belassen (Art. 8 Abs. 2 DSchG).

11.2 Bei der Durchführung von Baumpflanzungen ist darauf zu achten, dass die Bäume inmindestens 2,50 m Entfernungen von den Fernmeldeanlagen der Deutschen Telekom

AG gepflanzt werden.
Sollte dieser Mindestabstand im Einzelfall unterschritten werden, sind
Schutzmaßnahmen für die Fernmeldeanlagen der Deutschen Telekom AG
erforderlich.

11.3 Vorhandene Bebauungen, Leitungen sowie Straßen- und rundstücksbegrenzungen

sind nachrichtlich übernommen und zur Maßentnahme nur bedingt geeignet.
11.4 Hinweis des Wasserwirtschaftsamtes Schweinfurt
Die Dichtigkeit der privaten Hausanschlüsse an die öffentliche Kanalisation muss
gewährleistet sein und nachgewiesen werden.
11.5 Hinweis des staatlichen Gesundheitsamtes Schweinfurt
Auf die Möglichkeit der Sonnenenergienutzung und den Einbau schadstoffarmer
Heizsysteme wird hingewiesen.
11.6 Hinweis EVD — Energieversorgung Oberfranken AG
Soweit für die Errichtung von Verteilerschränken und Straßenleuchten keine
geeigneten Gehwege bzw. öffentlicher Grund vorhanden sind, können diese auf
Privatgrund errichtet werden.
Die Regierung von Unterfranken — Fachbereich Brand- und Katastrophenschutz —
weist darauf hin, dass alle einschlägigen Richtlinien für den Brand- und
Katastrophenschutz zu beachten sind
 
Letzte Änderung: 05.08.2014 17:10 Uhr